Helmut  Saiger: Wenn es um Zukunft geht ...

 

 

 

 

 

Helmut Saiger, Warum Unvollkommenheit überlegen ist, 151 S., Independently published, Freiburg 2017

 

 

 Die scheinbare Unvollkommenheit, dass der Mensch gute und Schattenseiten an sich hat, dass er seine körperlichen und geistigen Ressourcen nicht mehr nutzt, dass er Vorsätze oft erst dann einhält, wenn es wirklich kritisch wird, die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen, ist gar nicht unvollkommen, sondern für Überleben und Zusammenleben notwendig. Das Buch stellt anhand vieler praktischer Beispiele die These auf, dass der Mensch sich so wenig ändern kann, weil er schon gelungen ist.

 

Es hinterfragt den zunehmenden Zwang zur Selbstoptimierung und ermutigt Menschen, die sich wegen einer scheinbaren Unvollkommenheit nicht zufrieden mit ihrem Leben fühlen, zu der Frage, ob ihre Unvollkommenheit wirklich unvollkommen ist. Die Argumente dazu liefert es. Sie stammen aus Philosophie, Psychologie, Hirnforschung, Evolutionsbiologie und aus persönlichen Erfahrungen. Ein subjektives, reflektierendes Buch, das keine Ratgeber-Lösung anbieten will, sondern zur Diskussion einlädt: Ist gut manchmal gut genug? Bin ich gut genug?

 

"Überraschend! Befreiend!" lovelybooks.de

  

"Warum können wir oft Vorsätze nicht einhalten? Warum können wir oft nicht ein besserer Mensch werden, obwohl wir es uns so sehr wünschen? Die Antwort des Autors u.a.: Das Gehirn relativiert jedes einzelne Ziel so, dass es in die Gesamtstrebung der individuellen Persönlichkeit passt. Der wichtigste Grund aber nach der Meinung des Autors: Wenn sich die Menschen so verändern könnten, wie sie es wollten, würden sich dann nicht die meisten nach den angesagten Werten, dem "Mainstream" richten? Dann würde aber die Vielfalt der Individuen verloren gehen. Vielfalt aufrechtzuerhalten ist aber ein Prinzip der Natur. Jeder wird gebraucht, der Dicke und der Dünne, der Schwache und der Starke, denn alle tragen mit ihrer Individualität zum immerwährenden Prozess des sich gegenseitig Befruchtens bei.

Im größten (praktischen) Teil des Buches behandelt Saiger konkrete Anwendungen, warum die Unvollkommenheit überlegen ist, dass wir beispielsweise Selbstverwirklichung nicht ganz erreichen, nur einen Teil unserer inneren Ressourcen nutzen, uns oft nur begrenzt engagieren, nicht genügend vorsorgen, den Tag nicht auskosten, meistens im Ungleichgewicht sind ...

 Anschließend folgt die Begründung: Die Gattung Mensch kann sich so wenig ändern, weil sie in ihrem So-Sein schon gelungen ist, also jede wesentliche Änderung in der menschlichen Konstitution zu einer Verschlimmbesserung führen würde.

Zum Schluß ein Loblied auf den Alltagsmenschen, der jeden "Guru" zur Verzweiflung treiben kann, weil er selten einer Lehre ganz folgt. Alles in allem: Mein Selbstvertrauen in mich ist beim Lesen des Buches gewachsen." censeo

 

 

"Ein frisches Buch, das nicht so philosophisch-schwer daherkommt, sondern direkt mit klugen Fragen startet. Soll der Mensch vollkommen sein? Bin ich selbst vollkommen? Fehlt’s mir daran?  

Das Beste an diesem nachdenklichen Buch ist das „Ach-Gefühl“: „Ach“, denkt man beim Lesen bald mit einem befreiten Gefühl, ist der Mensch vielleicht trotz oder gerade wegen seiner offensichtlichen Unvollkommenheit „vollkommen“, heißt richtig und gut? Das Buch hat dafür viele Argumente – und das Lesen macht Spaß!

Mein persönliches Resümee: Ich hab’s schnell und gern gelesen. Warum? Weil ich oft innehielt und Assoziationen hatte. Also hatte es mir etwas zu sagen."

Arno Kramer

 

   

Auszug aus der Gliederung:

 

Über Unvollkommenheit

Über Selbstoptimierung

Warum Unvollkommenheit überlegen ist und auch Glücksziele ihre Schattenseiten haben

Kann sich der Mensch so wenig ändern, weil er schon gelungen ist?

 

 

Bei amazon erhältlich. Taschenbuch 7.90 Euro, ebook 3,99 Euro.

 

zu amazon.de